Xenia Brühl







Tja – was soll ich so zu mir und meiner Person sagen? Ich versuche es mal, in Worte zu fassen – denn es fällt mir nicht wirklich leicht.

Warum? Weil hinter mir, diesem öffentlichen Menschen „Xenia“, ein megakreativer Querkopf steckt, der ständig irgendwie nur scharf darauf ist, neue Dinge auszuprobieren - und seine eigenen bisherigen Grenzen zu überwinden.

„Rainbow City Radio“ ist ein ganz gewichtiger Teil davon. Ich bin froh, hier all meine eigene Expertise von junger frischer Präsentation meinen Hörern näherbringen zu können.

Aber wie zum Teufel bin ich eigentlich zu „Rainbow City“ gekommen?

Um diese einfache Frage zu beantworten, muss ich sehr weit zurückgehen. 2014 – damals noch ganz nebenbei als leidenschaftliche Raverin und Technoproduzentin aktiv, gründete ich rein hobbymäßig – mit grottenschlechtem Rauschmikrofon - einen ersten eigenen Podcast: „XENIA LIVE!“.

Aus ihm entwickelte sich ziemlich schnell ein festes eigenes Podcastformat mit einer ziemlich bunten Mischung aus einem langen queeren Nachrichtenblock und eigenem Musikblock im altehrwürdigen „Monika Dietl-Classic-Techno-Mixtape-Stil“. Dieser wurde nach den Nachrichten von einem „Quizword“ abgeschlossen (wobei jeweils immer nur ein einziges Wort erraten werden musste, von dem ich mit Absicht nur sehr wenige Buchstaben vorgegeben hatte; die Zuhörer konnten mögliche Antworten daraufhin per E-Mail senden).

Mein damaliger Gedanke, warum ich das so aufgezogen hatte, war, dass meine Zuhörer mit meiner Musik erst mal Spaß haben sollten - und jede Menge tanzen – um sich dann, noch gut gelaunt von all der vielen positiven Energie, der Bewältigung von zahlreichen Herausforderungen ihres alltäglichen Lebens zu widmen (wofür ich über meine queeren Nachrichten Denkanstöße und Anregungen geben wollte). Hin zum Guten... Allein – ich stand am Ende trotz des guten Konzepts alleine da. Kaum einer wollte meinen Podcast hören, kaum einer mich dabei unterstützen.

Was also tun? Bei meiner eigenen Technomusik sah es nicht viel besser aus – auch die wollte niemand hören, weil die gute alte Technozeit vorbei gewesen war… Deshalb war mein kreatives Herz als „Managerin“ und „PR-Strategin“ voll gefragt: Ich entschied, dass sich in Folge dessen einiges im Leben ändern wird. Meine Produktion von Techno sofort eingestellt wird – und ich mich im Gegenzug zu 100% auf meinen Podcast konzentriere. Darauf, ihn fit für eine mögliche (und hoffentlich bessere) Zukunft zu machen.

Gesagt, getan. Ich änderte in Konsequenz von all den miesen „Einschaltquoten“ meinen Podcast radikal, nahm alle queeren Nachrichten raus – und setzte auf Entertainment. Ab Anfang 2017 rannte ich dann plötzlich durch Berlin – in einer neuen speziellen Kategorie namens „Xenias Geocaching“. Ich löste in jeder Podcastfolge in megaschnellem, schweißtreibendem Tempo jeweils immer drei verschiedene Rätselaufgaben – die ich von einer „secret person“ mit kryptischen Hinweisen via SMS erhielt. Dies war fortan mein neues Konzept – ich lernte auf diese besondere Weise zahlreiche spannende Orte kennen.

Und hatte damit völlig überraschend einen gewaltigen Nerv getroffen. All meine Followerzahlen auf meinen Profilen in Mixcloud oder SoundCloud gingen plötzlich durch die Decke – und auch die Likes explodierten regelrecht. Ich wusste damit ohne Zweifel: Dein mit Abstand größtes Potential steckt in schneller actionmäßiger, junger frischer „Uptempo-Mod“.

Bis Ende 2018 war ich dann noch weiterhin als „Skyrunner“ in „Xenias Geocaching“ aktiv - und hatte in diesem ziemlich kurzen Zeitraum unterschiedlichste Stadtteile besucht: Hohenschönhausen, Prenzlauer Berg, Schöneberg, Tempelhof, Schmargendorf, Siemensstadt, Kreuzberg, Mitte, Spandau, Tegel, Zehlendorf und Köpenick.

Ach ja – und nebenbei hab ich in dieser ganz bestimmten Zeit auch noch als junges Model gearbeitet – auf sogenannter „TfP“-Basis. Ich habe hierfür innerhalb von Facebook eine eigene feste Modelpage eingerichtet, die mir bei der Suche nach Kontakten als „Portfolio“ dient.

Und dann schließlich - urplötzlich - 2019!!! Ein absolut nur noch irres Jahr, in dem sich mein ganzes Leben radikal verändern wird!!!

Anfangs ahnte ich von dem Ganzen allerdings noch nichts. Ich wollte lediglich nach dem Abschluss meiner Transition von Mann zu Frau - und einer anschließenden Durststrecke voll innerlicher Krisen - endlich auch mal wieder im Privateren erfolgreich sein. Und trat deshalb dann im Januar 2019 dem „Straßenchor“ Berlin bei - als Sopranistin.

Zuvor hatte ich übrigens schon einmal in einem Chor gesungen – dem früheren „Chor der Schwulenberatung Berlin“ (bis zu seinem viel zu schnellen Ende 2015). Als Sopranistin... Ganz genau genommen heißt meine megahohe Singstimme „Sopran II“.

Durch das Singen konnte ich viel innere neue Kraft gewinnen – die mich dann auch kreativ noch weiter „explodieren“ ließ: Ich gründete ein neues weiteres Podcastformat namens „MEIN BERLIN regional“, in dem ich im Stil eines Radiosenders nicht nur Nachrichten unterschiedlichster Natur präsentierte, sondern auch mal Kinotipps in Comedy-Manier. Besonders beliebt wurden aber nur all jene Folgen, die ich mit der Titelergänzung „SPEZIAL“ versehen hatte – denn in ihnen tobte ich mich ganz besonders unterschiedlich aus. Mal investigativ journalistisch zu manch megaspannendem Aufregerthema, mal in Form der Durchführung eines Wahlinterviews mit Andreas Hänsch, dem Vorsitzenden der Partei „Die Violetten“ in Berlin (ich habe übrigens Andreas über den „Straßenchor“ kennengelernt).

Und nur zur Erinnerung: Ich habe mir alles selbst beigebracht!!! ;-)

Dann ab Anfang März 2019 eine weitere rasante Entwicklung. Plötzlich war ich schlagartig ein festes Mitglied der „Buschruf“-Redaktion bei „ALEX Radio Berlin“ - und konnte mich in diesem Format dann nochmals weiter austoben. Mit eigenen gebauten Beiträgen zu verschiedensten Sendungen; u. a. vom „Straßenchor“ oder der Berliner „Tiertafel“. Ebenso mit erster eigener Radiomoderation – die aber noch größtenteils gescriptet – und in einem Studio aufgezeichnet - wurde. Ähnlich dem, das ich von meinem frühen Podcasting her sehr gut kannte.

Bei der Eröffnung der multimedialen Ausstellung „nineties.berlin“ in der „Alten Münze“ konnte ich sogar mit einem „Buschruf“-Kollegen während einer Pressekonferenz ein beinahe bis zu 20-minütiges (!!!) Interview „unter Livebedingungen“ mit Dr. Motte, dem Urgestein von der Berliner „Loveparade“, führen.

Doch dabei blieb's noch lange nicht – das absolute Knüllerjahr 2019 sollte stattdessen weiter Fahrt aufnehmen!!! Denn nur wenige Monate später stellte ich mich zusätzlich zu „Buschruf“ auch noch „Rainbow City Radio“ und „Radio QueerLive“ vor – und wurde genommen!!! Hier konnte ich fortan erstmals Co-Moderatorin einer Live-Sendung sein – und live ins Mikrofon verschiedenste Dinge 'reinsprechen, was für mich eine hochgradig aufregende, neue eigene Erfahrung war.

Vor allem, da ich offensichtlich nicht nur eine Radiostimme hatte, sondern auch ein großes Talent, ganz live in einem Studio zu stehen – und, zu reden!!! Dies hätt' ich mir nur wenige Jahre vorher niemals träumen lassen.

Von Anfang an brachte ich mich dann in „Rainbow City Radio“ zur Aufklärung von ganz bestimmten Themen ein – über meine eigene Rubrik „Trans* für Einsteiger“, in der ich unterschiedlichste Dinge aus dem Leben eines transidenten Menschen meinen Hörern präsentiere. Bei „Radio QueerLive“ dagegen kümmerte ich mich um Veranstaltungen aus der LGBTI-Szene in Berlin – mit einem versuchten Schwerpunkt auf der transidenten Community.

Parallel dazu fanden plötzlich erste Kooperationen statt – von meinem eigenen Podcastformat „MEIN BERLIN regional“ und „Buschruf“ auf „ALEX Radio Berlin“. In Folge dessen besuchte ich als Reporterin der „SPEZIAL“-Episoden Veranstaltungen, um ganz gezielt ihre jeweilige Atmosphäre einzufangen. Und, die unterschiedlichsten, spannendsten Arten von Teilnehmern vor mein Mikrofon zu kriegen. Jeweils immer mit dem sehr genauen Auge auf außergewöhnliche und schrille Typen – und jeweils immer völlig „unter Livebedingungen“.

Die daraus entstandenen, teilweise bis zu viereinhalb Stunden langen, knallhart durchmoderierten Aufnahmezeiten voller genialer Interviews - und unzähligen weiteren Audioeindrücken, die alles erlebbar machen – wurden dann erneut ein „Mega-Renner“ in meinen Profilen. Ich besuchte auf diese Weise den „Zug der Liebe“, die Demo „Lasst die Lindenstraße leben!“, das „LesBiSchwule Parkfest Friedrichshain“ oder den „Global Climate Strike Berlin“ des Movements „Fridays For Future“.

Aus den vielen großartigen Aufnahmen, die „unter Livebedingungen“ entstanden, nahm ich dann für aktuelle „Buschruf“-Sendungen gerne kleine Schnipsel raus, um diese als Bereicherung in „Buschruf“-Sendungen einzubringen.

Und jetzt also 2020…

Wie sich dieses Jahr noch später weiterentwickeln wird? Ich weiß es nicht. Und bin gespannt... Ich denke, dass ihr das genauso dolle seid wie ich… Aber eines wurde schon zu Anfang Januar sehr klare Gewissheit: Bei „Radio QueerLive“ bin ich nicht länger mit dabei. „Rainbow City Radio“ und „Buschruf“ halte ich dagegen auch noch weiter gern die Treue – und versuche, mich mit meiner kreativen Ader in deren Teams mit einzubringen; so gut es eben geht. So habe ich zum Beispiel jetzt auch schon all meine lieben Veranstaltungen, die ich bis zum 5. Januar 2020 bei „Radio QueerLive“ präsentierte, zu „Rainbow City Radio“ neu rübergeholt – sie heißen fortan hier in allen Sendungen jetzt folgendermaßen: „Berlin City Events“.

Klingt das nicht toll? Ich finde ja.

Und ihr dürft wirklich mehr als gespannt sein, was eure Xenia in diesem Jahr noch alles treibt!!! ;-)



Xenia Brühl, 21. Januar 2020


(Bild © Xenia Brühl)


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